Kinderarbeit ist eine globale Herausforderung für die Menschenrechte – weltweit sind 152 Millionen Kinder betroffen.

KINDERARBEIT

Nach heutigen Schätzungen arbeitet jedes 10. Kind in der globalen Wirtschaft. Meist haben diese Kinder keine Chance, jemals zur Schule zu gehen und haben deshalb die höchste Analphabetismus-Rate weltweit. Die Betroffenen sind zwischen fünf und 17 Jahre alt und nahezu die Hälfte von ihnen, um die 72 Millionen Kinder und Jugendliche, üben eine sehr gefährliche Tätigkeit aus. Zwangsarbeit, Menschenhandel, Prostitution und Tätigkeiten, die unmittelbar die körperliche und geistige Gesundheit der Kinder bedrohen, gehören somit zu der „schlimmsten Form von Kinderarbeit“.


Child Laborer India

Zertifizierugsstandard von GoodWeave wurde von einer ganzen Reihe von beteiligten Interessengruppen erdacht, darunter involvierte Arbeiter, engagierte Bürger aus der Zivilgesellschaft und kluge Führungspersönlichkeiten aus der ganzen Welt, die mit der Materie vertraut sind. Basierend auf den anerkanntesten internationalen Konventionen setzt dieser Standard das Mindestalter für Arbeiter bei 14 Jahren oder älter an, je nach den Gesetzesvorlagen der jeweiligen Länder. Der Standard legt auch fest, dass Jugendliche zwischen 15 und 18 Jahren keine gefährlichen Tätigkeiten ausüben dürfen.

Kinderarbeit ist laut vieler Gesetzte und Konventionen auf der ganzen Welt verboten, darunter auch das UK Modern Slavery Act und das California Transparency in Supply Chains Act. Dieser rechtlich verbindliche Rahmen in Verbindung mit dem UN Sustainable Development Goal 8.7 zur Beendigung von Kinderarbeit bis zum Jahr 2020 bilden die Basis für ein Mandat zum Handeln.

Kinderarbeit hat nicht nur Auswirkungen auf eine einzige Generation, sondern auch auf jede Folgegeneration. In seinem 2012 veröffentlichten Bericht „Kinderarbeit & Bildung bei Benachteiligten“ („Child labour & Educational Disadvantage–Breaking the Link, Building Opportunity,) warnte der damalige Premierminister von England, Gordon Brown: „Weil Kinder, die eingeschränkte Bildungsmöglichkeiten haben, als Erwachsene niedrigere Gehälter bekommen, ist Kinderarbeit eine der stärksten Triebfedern für Armut, die sich von Generation zu Generation überträgt.“

Nicht jede Art von Arbeit, die von Kinderhand verreichtet wird ist gleich Kinderarbeit. Mithilfe im Haushalt oder im Geschäft der Familie kann genau so hilfreich und positiv sein wie ein Nebenjob nach der Schule. Allerdings ist jede Arbeit, die die Gesundheit eines Kindes, sein persönliches Wohlergehen oder den Schulbesuch beeinträchtigen als Kinderarbeit anzusehen.

 

KINDERARBEIT UND GLOBALE LIEFERKETTEN


Während professionell durchgeführte Audits die Arbeitsbedingungen in den Produktionsstätten verbessern, findet die schlimmste Ausbeutung meist außerhalb dieser Betriebe statt, wo viele verschiedene Arten von Unteraufträgen Kinderarbeit in ein unsichtbares Verbrechen verwandeln.

Kinderarbeit abzuschaffen ist jedermanns Angelegenheit. Manchmal ist der Schweiß der Kinder wahrhaftig mit den Produkten verwoben, die wir täglich kaufen. Kinderarbeit befleckt globale Lieferketten in allen Wirtschaftsbereichen – angefangen von Teppichen und Kleidung bis hin zu Schokolade und Tee.

Die Kinderarbeit in den Lieferketten gestaltet sich je nach Bereich anders:

  • GoodWeave arbeitet seit über 20 Jahren in der Teppichindustrie. Die sogenannten „Carpet Kids“ sitzen über 14 Stunden am Tag an Webstühlen, um mit extrem scharfem Werkzeugen Teppiche zu knüpfen. Sie haben keinerlei Zugang zu Bildung. Einige dieser Kinder werden an kleine Webereien fern ihrer Heimat verkauft, um dort – meist unter Androhung von Gewalt – die finanziellen Schulden der Familien abzuarbeiten, die bei niedrigsten Löhnen niemals zurückbezahlt werden können.
  • Viele verzierte Kleidungsstücke werden von Hand in individuellen privaten Haushalten hergestellt. Gerade Mädchen werden oftmals gezwungen, zusammen mit ihren Müttern extrem hohe Stückzahlen an Kleidungsstücken zu niedrigsten Löhnen zu nähen. Das konstante Fehlen in der Schule während der Stoßzeiten in der Produktion führt bei den Mädchen schnell zu schlechten schulischen Leistungen und geht oft mit einer erschreckend hohen Frühabbrecher-Quote in der Schule einher.
  • Überall in Südasien arbeiten ganze Familien in den Ofenhäusern von Ziegeleien. Viele davon in Zwangsarbeit, um Schulden abzuzahlen. Um den Ertrag für ihre Familien zu erhöhen, arbeiten oftmals Kinder ab fünf Jahren mit, indem sie die Ziegel tragen und stapeln. Andere Kinder werden verkauft, um Esel oder Vieh zu hüten. Durch diese enorm langen Arbeitszeiten und die geringe Verbreitung von Schulen sind die Hürden beim Zugang zu Bildung für die Kinder nahezu unüberwindbar.

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NACHHALTIGE ENTWICKLUNGSZIELE


Das sogenannte Sustainable Development Goal 8.7 (SDG), übersetzbar mit „Nachhaltiges Entwicklungsziel 8.7“ der Vereinten Nationen (UN), fordert die Welt heraus, Zwangsarbeit, moderne Sklaverei und Kinderarbeit in allen Ausprägungen bis zum Jahr 2025 auszumerzen. Ohne die Kinderarbeit in den globalen Lieferketten offenzulegen, kann dieses Ziel nicht erreicht werden.

Millionen Kinderarbeiter, die sich in Manufakturen, den verschiedensten anderen Industriebereichen sowie in der Export-orientierten Landwirtschaft verdingen, fordern von Firmen, Endverbrauchern und letztlich den Regierungen, sich im Kampf zusammenzutun, um das Versprechen aus dem SDG 8.7 einzulösen.

 

SCHNELLE FAKTEN ZUM THEMA KINDERARBEIT


  •  152 Millionen Kinder müssen weltweit ausbeuterische Kinderarbeit verrichten.
    Hier einige Zahlen von der ILO:

    • 72 Millionen Kinder tätigen eine „gefährliche Arbeit“, die eine unmittelbare Gefahr für ihre Gesundheit, ihre Sicherheit und ihr Wohlergehen darstellen.
    • 25 Millionen Menschen fristen ein Dasein als Zwangsarbeiter, davon 6,3 Mio. Kinder.
    • 7,4% der Kinder in Asien und im Pazifikraum arbeiten illegal sowie 19,6% aller Kinder in Afrika.

Kinderarbeit ist sowohl laut nationaler als auch internationaler Gesetzgebung strafrechtlich verfolgbar.
Schauen Sie sich hier die Auflistung von Gesetzen an, die beschlossen wurden, um Kinderarbeit und Menschenhandel zu bekämpfen